Kinder und Jugendliche haben Rechte – auf Schutz, Beteiligung, Bildung, Freizeit, Gleichbehandlung und vieles mehr. Oft ist jedoch gar nicht so bekannt, welche Rechte Kinder und Jugendliche konkret haben und wie sie im Alltag eine Rolle spielen.
Der Landesjugendbeirat Rheinland-Pfalz hat sich genau dieser Frage angenommen und eine Kinder- und Jugendrechtecharta entwickelt, die auf der Webseite des Landesjugendbeirats zu finden ist. Die jungen Mitglieder des Beirats haben dafür intensiv gearbeitet, Perspektiven gesammelt und die wichtigsten Rechte aus ihrer Sicht verständlich zusammengefasst und konkrete Forderungen aufgestellt. Die Charta wurde anschließend an Familienministerin Katharina Binz übergeben und ist nun öffentlich zugänglich.
Ein starkes Zeichen junger Menschen
Mit dieser Arbeit machen die Jugendlichen deutlich: Kinderrechte sind keine Nebensache, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens. Sie wirken nicht nur in Politik, Schule oder Verwaltung. Kinderrechte beginnen dort, wo Familien miteinander leben.
Wenn Kinder nach ihrer Meinung gefragt werden, wenn sie mitentscheiden dürfen oder wenn ihre Bedürfnisse ernst genommen werden, werden Kinderrechte im Alltag sichtbar. Junge Menschen haben das Recht, sicher aufzuwachsen, gefördert zu werden und ihre Persönlichkeit zu entfalten.
Gemeinsam ins Gespräch kommen
Die Charta kann ein guter Anlass sein, um als Familie über Kinderrechte ins Gespräch zu kommen. Denn viele Kinder und Jugendliche kennen ihre Rechte nicht im Detail – und auch Erwachsene sind oft überrascht, wie umfassend sie geregelt sind.
Schon einfache Fragen können den Einstieg erleichtern: Was brauchst du, um dich wohlzufühlen? Wo möchtest du mitentscheiden? Wann fühlst du dich gehört? Solche Gespräche stärken das Miteinander und helfen dabei, Kinderrechte im Alltag lebendig werden zu lassen.
Ein Beitrag zu mehr Sichtbarkeit und Beteiligung
Mit der Kinder- und Jugendrechtecharta hat der Landesjugendbeirat Rheinland-Pfalz ein starkes Zeichen gesetzt. Die jungen Menschen zeigen damit nicht nur, welche Rechte ihnen wichtig sind, sondern auch, wie Beteiligung gelingen kann. Dazu haben sie digitale Checklisten entwickelt, auf den leicht überprüft werden kann, ob die Angebote beteiligungsfreundlich sind.
Die Charta macht deutlich: Kinderrechte müssen bekannt sein, damit sie wirken können. Sie lebt davon, dass sie gesehen, verstanden und im Alltag berücksichtigt werden. Oder, wie es der Landesjugendbeirat selbst formuliert: „Recht, nicht Zufall“.