Hunger auf der Welt
In deutschen Supermärkten sind die Regale prallvoll – mit ausreichend Geld haben wir jederzeit eine große Auswahl zwischen Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und exotischen Produkten aus aller Welt.
Doch damit befinden wir uns in einer Luxusposition und haben das, wovon viele Menschen nur träumen können: Fast 800 Millionen Menschen auf der Welt leiden an Unterernährung, das heißt jeder neunte Mensch auf der Erde hungert.
Besonders Frauen und Kinder sind von Hunger und Mangelernährung betroffen. Alle 10 Sekunden stirbt weltweit ein Kind, weil es nicht genug zu essen zur Verfügung hat. Durch Mangelernährung sind Kinder sowohl in ihrer körperlichen als auch geistigen Entwicklung eingeschränkt. Dadurch wird auch ihre Bildung negativ beeinflusst und damit die Zukunftschancen.
Die UN hat sich als Ziel gesetzt bis 2030 Hunger und alle Formen von Unterernährung auf der Welt zu beenden und für alle Menschen die Ernährungssicherheit zu schaffen. Zusätzlich soll eine verbesserte Ernährung erreicht werden. Die Sicherung der Ernährung wird langfristig nur gelingen, wenn die genetische Vielfalt bei Tieren und Pflanzen (Biodiversität) erhalten bleibt und eine nachhaltigere Landwirtschaft und lokale Kreislaufwirtschaft entstehen.
Aktuelle Lage in Deutschland
In Deutschland nimmt die landwirtschaftliche Fläche, die ökologisch bewirtschaftet wird, von Jahr zu Jahr zu – allerdings erreichen wir beim bis 2030 mit dem 20 Prozent Ziel noch einmal die Hälfte. Ob Bio oder nicht: Wichtig bei der Ernährung ist, dass die Lebensmittel abwechslungsreich und möglichst wenig verarbeitet sind.
Dennoch ernähren sich in Deutschland ca. 1,5 Millionen Menschen einseitig und nicht ausreichend. Besonders betroffen sind alte und kranke Menschen, die aufgrund von Einsamkeit oder Hilfsbedürftigkeit weniger Appetit haben oder sich nicht allein versorgen können. Gleichzeitig tritt auch in Deutschland Mangelernährung bei Kindern auf. Die Gründe hierfür liegen vor allem in einer einseitigen Ernährung mit industriell verarbeiteten Lebensmitteln, statt frischen Nahrungsmitteln. Übergewicht, Essstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes nehmen in Industrienationen auch bei Kindern zu.
Problem der Lebensmittelverschwendung
Um die Ernährungssicherheit für alle gewährleisten zu können, ist es wichtig keine Lebensmittel zu verschwenden. In der Europäischen Union werden jedoch jedes Jahr etwa 88 Millionen Tonnen an Lebensmitteln einfach so weggeworfen oder verschwendet.
Schon auf dem Feld wird Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht, liegen gelassen, aussortiert, weggeschmissen oder als Tierfutter weitergenutzt. Doch wenn es Lebensmittel vom Feld geschafft haben, bedeutet das nicht, dass sie auf einem Esstisch landen. In Supermärkten, Kantinen und Restaurants wird eine große Menge an Lebensmitteln vorgehalten, damit die Kund*innen die bestmögliche Auswahl haben. Viel zu oft bleibt davon etwas übrig und landet in der Tonne.
Obwohl auf der Welt genügend Nahrungsmittel zur Versorgung aller Menschen hergestellt werden, haben viele Menschen keinen Zugang zu Nahrung. Das Problem liegt in der ungleichen Verteilung und Verschwendung. Doch wie können wir einen kleinen oder sogar großen Teil zur Ernährungssicherheit aller beitragen? Und inwieweit können wir auf die Lebensmittelverschwendung Einfluss nehmen?
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